…in Dekaden


In den Nullerjahren, die am 19. Dezember 1964 begannen, wuchs René Schelldorfer im damals noch ländlichen Seuzach nahe Winterthur auf: Eine glückliche Kindheit beim Spiel mit Nachbarskindern auf der Strasse, mit den Pfadfindern im Wald und beim Tischtennisspiel mit Freunden. In der Schule wurden die Grundlagen der Mathematik gelegt und in der Musik wurde zeittypisch Blockflöte (ugs. «Spöitzchnebel«) gelernt.


In den Zehnerjahren absolvierte René Schelldorfer das mathematisch-naturwissenschaftliche Gymnasium mit Mathematik als Lieblingsfach, über die Gitarre gelangte er zum Klavierspiel, auch hier zeitgemäss klassisch orientiert mit «Ballade pour Adeline» als modern-musikalischem Höhepunkt. In der Freizeit waren die Pfadfinder nun als Leiter die wichtigste Beschäftigung.


In den Zwanzigerjahren folgte die logische schulische Fortsetzung mit dem Studium der Mathematik an der ETH, dem Diplomabschluss und der daran anschliessenden Ausbildung zum Gymnasiallehrer. Der Berufseinstieg erfolgte an der Kantonsschule Bülach, geprägt von den damaligen pädagogischen Ideen wie Werkstattunterricht, Lebensweltbezug und Einsatz von Technologie wie Computer und Taschenrechner. Aber halt: René Schelldorfer arbeitete nur so viel, dass es zum Leben reichte, denn daneben wuchs die Freude am Klavierspiel. Der Unterricht an den Jazzschulen St. Gallen und Zürich eröffnete neue Perspektiven, das Zusammenspielen in Bandworkshops spannende Erfahrungen. In der Freizeit waren weiter die Pfadfinder und neu Tanz (Jazz, Afro) Trumpf.


Das Motto der Dreissigerjahre hiess: Musik, Musik, Musik! Das Studium an der Jazzschule Zürich mit dem Lehrdiplomabschluss Klavier ermöglichte René Schelldorfer eine vertiefte, breite Auseinandersetzung mit der Jazzmusik, regelmässige Auftritte mit dem eigenen Pianotrio in der Bar des Gartenhotels in Winterthur und diverse Auftritte an Hochzeiten ermöglichten, die musikalische Spielfreude auszukosten. Als neues musikalisches Standbein, basierend auf der Ausbildung an der Jazzschule, kam die Chorleitung des Frauen-Poprock-Chores Peperoncini hinzu. Die Unterrichtstätigkeit in Mathematik an der Kantonsschule Büelrain musste bei diesem vielseitigen musikalischen Engagement vorübergehend die zweite Geige spielen.


Die Vierzigerjahre brachten die Mathematik zurück in den Fokus. René Schelldorfer wechselte an die Pädagogische Hochschule Zürich, wo er als Fachdidaktiker Mathematik angehende Sekundarlehrer ausbildete. Er unterrichtete zudem als Mathematiklehrer an der Koordinationsstelle für Arbeitslosenprojekte in Winterthur, wo die individuelle Förderung arbeitsloser Jugendlicher im Zentrum stand. Der doppelte Perspektivenwechsel war bereichernd, viele neue pädagogische und didaktische Themen taten sich auf. Die Familiengründung (1 Familie = 1 Ehemann + 1 Ehefrau + 2 Jungs) liess das Klavierspiel ein Time-Out nehmen, die Chorleitung wurde musikalische Haupttätigkeit.


Und was bringen die Fünfzigerjahre? Eine Chorleiterweiterbildung, eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Arrangieren, interessante mathematikdidaktische Projekte, oder etwas ganz Anderes? Der Mathematiker weiss, dass Prognosen nur beschränkt gültig sind und verzichtet daher auf Kaffeesatzlesen. Man wird sehen….